Angela Eberhard und Reinhard Fritz im Maluramuseum

am 1. Mai 2015

„ Von der Leichtigkeit des Seins“

Die vielzitierte Sache mit der „(Unerträglichen) Leichtigkeit des Seins“ ist irgendwie in den allgemeinen Sprachgebrauch übergegangen. Wie war das noch??

Da gab es vor vielen Jahren einen gefeierten Roman des tschechischen

Autors Milan Kundera, der hieß : „Die unerträgliche Leichtigkeit des Seins“.

Der ursprüngliche Sinn des Titels erschließt sich heute kaum noch,nur die Kenner wissen Bescheid. Ich gehe davon aus, das sind die Meisten von uns, oder?

Ich hatte jedenfalls das Buch aus dem Jahr 1984 nicht(!) gelesen, ich mußte erstmal nachsehen, und deshalb kann ich Ihnen auch in Kurzform sagen, was die „Unerträgliche Leichtigkeit des Seins“ in besagtem Roman ist.

Hier also die Kurzform für Wißbegierige:

Die Heldin Milan Kunderas,eine junge Kellnerin , lernt in der Tschechoslowakei sowohl das kommunistische Regime und die Freiheitsbewegung des Prager Frühlings kennen, als auch das Leben im freien Westen. Und an dieser von ihr so genannten   „unerträglichen Leichtigkeit des Seins“, (damit meint sie ebendies freie Leben im Westen), scheitert sie und geht zurück in das ihr vertraute Land. Wie der aus der Käfighaft freigelassenen Vogel, der die Freiheit fürchtet und sich zurück in den Käfig flüchtet.

Das also der Ursprung des populären Zitates von der „Unerträglichen Leichtigkeit des Seins“

Aber das nur zur Begriffsklärung.

Hier heißt es ab sofort: „von der Leichtigkeit des Seins“, dem Motto dieser Ausstellung. Aber, gerade haben Sie es gehört, die Leichtigkeit des Seins kann wohl kaum verstanden werden, wenn es da nicht auch Schattenseiten gibt.

Ich habe mir gedacht, dass ein solches Motto eigentlich nur dann von Künstlern erwählt wird, wenn die Künstler sich der Zerbrechlichkeit eines jeden glücklichen Moments bewußt sind.

Und dieses Bewußtsein der Zerbrechlichkeit kann uns dann tiefer und erfüllender empfinden lassen, weil man ja weiß, es könnte auch ganz anders sein. Alles ändert sich, alles fließt, so ist das halt im Leben.

Umso besser, wenn man sich die wunderbaren, die leichten Momente des Daseins vor Augen hält, sich daran erinnert und ein Reservoir mit Erinnerungsschätzen füllt.

Für schlechte Zeiten. Sollte man vielleicht tun.-

Denn eine Schulfreundin aus Köln sagte einmal zu mir:

„das Leben ist toll. Aber die Zeit dazwischen ist grauenhaft!“

Also deshalb lieber: Leichtigkeit tanken.

Und darum reden wir jetzt

„von der Leichtigkeit des Seins“   .

die Keramik-Plastiken hier im Raum sind von Angela Eberhard

und die Bilder von Reinhard Fritz .

 

Beiden Künstlern war sicher nicht leicht zumute, als sie den Entschluß gefasst hatten, ganz für die Kunst und durch die Kunst zu leben. Bei Reinhard Fritz war das so:

Trotz Kunstakademie-Diplom und Lehramtsexamen stieg er noch während der Referendarzeit am Wittelsbacher Gymnasium in München aus dem Lehrerberuf aus- um als freier Künstler zu leben. Die sichere Beamtenlaufbahn lockte ihn nicht. Mutig. Er wußte: Zeit für eigene Kreativität bleibt kaum, wenn man weiß , was ein Lehrer leisten muß, der seinen Beruf ernst nimmt.

Ich spreche aus Erfahrung.

Sie sehen Reinhard Fritz bei seinen Vernissagen immer mit seiner Flöte.

Er hat neben der Malerei auch in der Musik eine Heimat .

Wenn er auf seiner Renaissance-Flöte die für ihn typischen, schwebenden Melodien spielt, entsteht eine Art musikalische Poesie.

Wenn er mit Farben spielt, entsteht bildnerische Poesie. So könnte man seine wunderbar leichten Bilder als „Lyrische Abstraktion“ bezeichnen. Und etwas lyrisch Schwebendes haben diese Bilder. Hier geht es nicht um Bodenhaftung oder Erdung, sondern um das sich Bewegende , das Fließende , das stetig sich in seiner Form Verändernde. Eben um Leichtigkeit.

 

Man hat den Eindruck, dass sich bei Reinhard Fritz Musik und Malerei auf das Beste ergänzen, seine Bilder in ihren vielfältigen Farbabstufungen verweisen in einen Bereich der Harmonie, die dem Betrachter gut tut. Mehr noch: sie scheinen wie hinter einem zarten Gespinst eine tiefere Wahrheit zu zeigen.

Inspiriert vor allem von der Musik die ich spiele, aber auch Ausdruck eines Lebensgefühls, das ich anstrebe und weiter vermitteln will, wie: Fisch sein im Wasser und Vogel in der Luft“

Die Musikalität der Farben- die Poesie der Farben ist ein durchgängiges Thema in seiner Malerei. Dabei geht es dem Maler um Transparenz, um Leichtigkeit bei aller formalen Geschlossenheit. Mit lasierenden, d. h. durchscheinenden Farben erreicht er aquarellhafte Durchsichtigkeit, viele dünne und dünnste Farbschichten überlagern sich auf dem Malgrund und lassen durch diese Überlagerungen neue Farbabstufungen erscheinen. So entsteht eine Vielzahl von Farbtönen, die durch ihr Zusammenspiel ein stimmiges Gesamtbild ergeben. Interessant ist, dass das Weiß des Malgrundes keine Leerstelle, sondern integrativer Bestandteil des Bildes ist.

Da der Künstler vorwiegend mit Acrylfarben arbeitet, muss er eine ausgeklügelte Technik und in dieser eine gewisse Perfektion erreicht haben, weil Acrylfarbe extrem schnell trocknet und Fehler bei getrockneten Farben kaum korrigierbar sind. Besondere Geschicklichkeit und höchste Konzentration ist bei großen Formaten aus den eben genannten Gründen notwendig.

Über seine Vorgehensweise berichtet Reinhard Fritz folgendes:
Ich lege Wert auf einen soliden Farbaufbau. Die rohe, aufgespannte Leinwand wird mehrfach vorgeleimt und mit einer selbst hergestellten Grundierfarbe mehrfach grundiert. Die so vorbereitete Leinwand liegt auf dem Boden unter einem flachen, verschiebbaren Arbeitsgerüst.

Die stark mit Wasser verdünnte Acrylfarbe wird mit weichen Haarpinseln zügig aufgetragen. Ohne Vorzeichnung werden dabei Formen ausgespart. Der Trocknungsprozess muss genau beobachtet und überschüssige Farbe abgetupft werden. Nach dem Trocknen kommt der zweite Malgang usw.

Der endgültige Farbeindruck entsteht durch die optische Mischung aller überlagerten Farbschichten. Zum Schluss werden die Schatten gesetzt.“

 

Was , außer einer schwebenden Farbigkeit, zeigen seine Bilder?

Diese sind zwar abstrakt, aber nicht gegenstandslos.

 

Paul Klee , Sie kennen das sicher alle, trotz häufigen Zitierens ist seine Behauptung immer noch gültig, Paul Klee also hat etwas gesagt, was als Generaldefinition von Kunst gelten kann:

Kunst gibt nicht das Sichtbare wieder, sondern macht sichtbar“ (1920)

Das also ist das Bemühen, das hinter Abstraktion steckt (oder stecken sollte):

das Sichtbarmachen einer höheren Wahrheit oder Ebene .

Reinhard Fritz bezieht stark vereinfachte Formen wie Stern, Welle, Wolke, Blatt, Fisch, Vogel u.a. in seine Bildkompositionen mit ein. Das Einfache enthält hier aber Informationen aus dem kollektiven Gedächtnis der Menschen. Ein Spiel mit archetypischen Symbolen also.

Die Bilder zeigen aber viel mehr als diese Anhäufung von Motiven. Sie zeigen einen kurzen Augenblick in einem sich ständig verändernden Ablauf. Sehen Sie die „Strandszene“: da bewegt sich ganz viel, man kann sich die Veränderung , die im nächsten Moment stattfinden wird, vorstellen. Reinhard Fritz hat Zeitabläufe wie in einem Filmstill(Standbild) festgehalten.Da sehen sie zahlreiche bewegliche Formen, die sich zu verändern scheinen, ein Wimmelbild, mit weichen , amöbenhaften Formen, aber auch mit Senkrechten und Diagonalen. Man fühlt sich an eine lebhafte Strand -oder Unterwasserwelt erinnert. Mir selbst kam bei Betrachtung dieses Bildes die Erinnerung an das Meerwasseraquarium von Cousteau in Monte Carlo, zusammmen mit dem Gefühl, im „Yellow Submarine“ zu sitzen.

Sie sehen vielleicht etwas ganz anderes darin.

Ich finde ja, dass seine Bilder Assoziationen auslösen, die durch eigene Erinnerungen gespeist werden.

Und so haben seine Bilder auch Titel, die aussagekräftig sind : z.B. „Falling leaves and empty clouds“, Sie haben es bereits auf Plakat und Einladungskarte gesehen. Ein anderes heißt:“Heaven´s gate“, oder „broken star“,-eine ganze Reihe dieser Bildern , beschäftigt sich mit den Sternen.Die Bilder haben dann so poetische Titel wie:“ „stars, stripes and clouds“,“schwarze Sterne“, „Sternenkreis“, „rote Wolken“ „Vibrations“, „Hold the line“. Allen gemeinsam ist, dass sie sich letzlich aus einer schwebenden Bewegung entwickeln und einen kurzen Zustand festhalten.

In einem früheren Interview sagte Reinhard Fritz:

Meine Bilder erzählen von Augenlust und Sinnenfreude, vom Sterben und Geborenwerden, vom Wachsen, von Erregung und Ruhe, von Zuständen also, die einer ständigen Wandlung unterworfen sind.

Sie sind offen für Kontemplation und mehrdeutig wie das Leben selbst.“

und weiter sagt Reinhard Fritz:

Ein Gedicht von Jean Arp veranschaulicht noch immer meinen Weg:
Nachdem er Blatt um Feder um Blatt abgelöst hatte, entschloss er sich, das feste Erdreich für immer zu verlassen, und sich fortan hoch, hoch oben in der Schwebe zu verhalten."

 

Das Gegenteil von „Leichtigkeit“ ist „Schwierigkeit“, vielleicht auch „Schwere“.

Die kennt Angela Eberhard gut, Schattenseiten aller Art hatte sie in Ihrem früheren Beruf als promovierte Sozialpädagogin erfahren. Ihr Beruf war für sie auf Dauer mehr Last als Erfüllung. Deshalb hat sie vor einigen Jahren nach inneren Entscheidungskämpfen die Konsequenzen gezogen und sich ganz dem plastischen Gestalten zugewandt.

Nur wer den Schatten kennt, weiß das Licht zu schätzen.

Tröstlich ist das Heitere im Schweren.

Und deshalb ist es der Künstlerin wichtig, in ihren Figuren etwas über die „Leichtigkeit des Seins“ bildhaft zu formulieren.

Das Generalthema von Angela Eberhard ist die Darstellung von Menschen.

Das hört sich simpel an, man könnte sich ja auch einfach mit den Mitteln der Technik vermessen lassen um dann als 3-D-Druck plastisch und lebensecht in Erscheinung zu treten. So, wie es Angela Eberhard macht, ist es aber ganz und gar nicht einfach!

Mit ungeheurem Fleiß modelliert Angela Eberhard in ihrem Atelier Tonplastiken, brennt sie und bemalt sie anschließend. Langwierig ist so eine Arbeit an einer Figur, im Internet kann man einen Film herunterladen, der die Entstehung einer Figur im Atelier von Angela Eberhard zeigt.

Über 30 Figuren zeigt sie in dieser Ausstellung, das ist viel, wenn man bedenkt , dass die Arbeit an einer Figur etwa eine Woche dauert.

In der Gestaltung der Figuren fällt auf den ersten Blick die Liebe zum Detail auf, sorgfältigst wird jeder Faltenwurf und jedes Material dargestellt.

Bei manchen Figuren reflektieren die Augen so lebendig, dass man zweimal hinschaut: sie sind mit speziellen Glasmalfarben betont worden. Die Grundlagen für Angela Eberhards Arbeiten sind meist Fotos.Die Künstlerin beobachtet Menschen im Alltag, sie fotografiert, ihre diskreten Fotos halten Situationen, Körperhaltung und Mimik fest. Angela Eberhard will den Menschen unverstellt, sie will sein wahres Wesen erkennen und Gesichter, Haltungen und Gesten ohne die Maske der Konventionen. Innere Haltungen lassen ein bestimmtes Muster der Körpersprache erkennen, besonders dann, wenn man sich unbeobachtet wähnt. Die Mimik , der Gesichtsausdruck der Figuren wird von Angela Eberhard überaus sorgfältig ausgearbeitet. Körperhaltung und Mimik tragen die Aussage über die momentane innere Haltung der abgebildeten Person in sich.

Aber bei Angela Eberhard kommt etwas sehr wichtiges dazu, das weit über die Technik der handwerklich perfekten Fertigung hinausgeht: Angela Eberhard interpretiert ihre Figuren schöpferisch, indem sie dem Dargestellten Attribute übereignet, die dessen Wesensart unterstreichen.

 

Beispiel:

3 Damen benutzen ein Smartphone, um ein „Selfie „ zu machen. Titelgebend ist hier das Zitat aus dem Grimmschen Märchen Schneewittchen: „Wer ist die Schönste im ganzen Land“. Die Titel aus Märchen, die Angela Eberhard oft benutzt , enthalten ja tiefe Wahrheiten.

Oder eine andere Figur, der „Windfänger“ hat eine Vorgeschichte: Angela Eberhard las über einen Künstler, der mit einem Propeller in den Händen in Island auf dem höchsten Berg, dem Vatnajöküll, den Wind einfängt, um die Energie in eine Batterie im Rucksack einzuspeisen. Zuhause in Berlin will er mit dieser Energie seine Waschmaschine antreiben. Die Idee kam der Künstlerin so bizarr und gleichzeitig witzig vor, dass sie die Figur danach gestaltet hat. Ein Lebenskünstler, ein Freigeist? Ein Mensch mit Spleen? Von der „Norm“ wird hier jedenfalls abgewichen. Aber was ist schon normal? Jetzt kann man natürlich ganz bescheiden fragen: „was ist der Mensch“. Die Frage allerdings ist kritisch. Große Denker haben sich darüber den Kopf zerbrochen, Zoologen haben versucht, den Menschen in die Evolutionskette ein zuordnen und Kurt Tucholsky hat sich seine Gedanken über das Wesen des Menschen gemacht. In einem Schüleraufsatz läßt er einen Knaben sein Wissen über den Menschen wiedergeben:

Der Mensch hat zwei Beine und zwei Überzeugungen: eine, wenn´s ihm gut geht, und eine, wenn´s ihm schlecht geht. Die letztere heißt Religion.“

und weiter:

„Der Mensch hat neben dem Trieb der Fortpflanzung und dem, zu essen und zu trinken, zwei Leidenschaften: Krach zu machen und nicht zuzuhören.

Man könnte den Menschen geradezu als ein Wesen definieren, das nie zuhört.“„Im übrigen ist der Mensch ein Lebewesen, das klopft, schlechte Musik macht und seinen Hund bellen lässt. Manchmal gibt er auch Ruhe, aber dann ist er tot.“

Tja, wenn man Menschen so nüchtern sieht, könnte ihre Darstellung bestenfalls zur Karikatur werden.

Aber genau das ist bei Angela Eberhard nicht der Fall.

Der Satz Hier bin ich Mensch, hier darf ich´s sein aus Goethes Faust (Osterspaziergang) könnte das Motto sein, das als verbindliche Klammer all ihre Arbeiten umfasst.

Ihr Blick auf die Menschen ist sehr liebevoll, man erkennt sich wieder in   den Verschrobenheiten und freundlichen Überspitzungen in der Darstellungen, die dezent genug sind, um nicht zu verletzen, aber auch liebevoll genug, um dem Betrachter ein Schmunzeln zu entlocken. Ein wenig Wehmut spürt man manchmal hinter den Figuren, ein Hoffen oder Bangen, ein dennoch !

Goethe schrieb:

„Nur das Leichtere trägt auf leichten Schultern der Schöngeist,
Aber der schöne Geist trägt das Gewichtige leicht.“

Johann Wolfgang von Goethe, Werke - Hamburger Ausgabe Bd. 1, Gedichte und Epen I, Xenien

„Der schöne Geist trägt das Gewichtige leicht.“

Eine Aussage ,die zu den Werken dieser Ausstellung passt.

„Eduard macht einen Scherz“ heißt eine der Figuren in dieser Ausstellung.

Die Anregung dazu erhielt Angela Eberhard durch einen Film von Roy Anderson.

Sie sagt: „Eine eigentlich bedauernswerte Figur eines Büromenschen möchte auch einmal lustig sein – deshalb hat er sich Vampirzähne in den Mund gesteckt“

Wie wichtig ist uns allen doch die Anerkennung unserer Mitmenschen. Danach streben wir, mehr oder weniger offensichtlich.

Die Figur eines interessanten Herrn nennt Angela Eberhard den „Liebäugler“.

Womit liebäugelt er? Mit einem schönen Sammlerstück?

So stellt sich Angela Eberhard den idealen Kunstsammler vor, verschmitzt und mit blitzenden Augen. Vielleicht ist dieser nette Herr hier mitten unter uns und liebäugelt mit einem Werk der Künstlerin?

Liebenswürdige Gestalten hat Angela Eberhard erschaffen, manche sind eigentlich „Looser“ und haben deshalb unsere volle Sympathie- und unser Mitgefühl, denn wir erkennen uns ja auch ein ganzes Stück wieder in dieser Ansammlung menschlicher Ausdrucksformen.  

Eine nackte Dame mittleren Alters, lächelnd mit geschlossenen Augen, in sich versunken, vielleicht träumend, von Schmetterlingen umflattert, schwebt auf den „Flügeln bunter Träume“ ins Elysium. Wie anders könnte diese Figur benannt sein als mit dem Titel :„Die Leichtigkeit des Seins“.

Angela Eberhard sagte zu mir, dass sie den Menschen ein Lächeln entlocken möchte - das gelingt ihr mühelos.

Mit einem Gedicht von Mascha Kaleko zum Motto dieser Ausstellung möchte ich schließen:

Sozusagen grundlos vergnügt


"Ich freu mich, dass am Himmel Wolken ziehen
Und dass es regnet, hagelt, friert und schneit.
Ich freu mich auch zur grünen Jahreszeit,
Wenn Heckenrosen und Holunder blühen.
- Dass Amseln flöten und dass Immen summen,
Dass Mücken stechen und dass Brummer brummen.
Dass rote Luftballons ins Blaue steigen.
Dass Spatzen schwatzen. Und dass Fische schweigen.Ich freu mich, dass der Mond am Himmel steht
Und dass die Sonne täglich neu aufgeht.
Dass Herbst dem Sommer folgt und Lenz dem Winter,
Gefällt mir wohl. Da steckt ein Sinn dahinter,
Wenn auch die Neunmalklugen ihn nicht sehn.
Man kann nicht alles mit dem Kopf verstehen!
Ich freue mich. Das ist des Lebens Sinn.
Ich freue mich vor allem, dass ich bin.In mir ist alles aufgeräumt und heiter:
Die Diele blitzt. Das Feuer ist geschürt.
An solchem Tag erklettert man die Leiter,
Die von der Erde in den Himmel führt.
Da kann der Mensch, wie es ihm vorgeschrieben,
- Weil er sich selber liebt - den Nächsten lieben.
Ich freue mich, dass ich mich an das Schöne
Und an das Wunder niemals ganz gewöhne.
Dass alles so erstaunlich bleibt, und neu!
Ich freue mich, dass ich ... Dass ich mich freu."


Katrin Bach

am Weidenbach 20

82347 Bernried

 

Telefon 08158/6512

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